ROHRPOST #6 | IMMOROHR Immobilien

ROHRPOST #6

ROHRPOST #6

Brigitte D. aus Wien, Innere Stadt, schreibt: „Aus gegebenem Anlass interessiert es mich sehr, wie Sie, lieber Herr Rohr, denn die Entwicklung der Preise von Eigentumswohnungen im Lichte der Corona-Krise sehen.“

 

Thomas Rohr hierzu:

 „Liebe, Frau D.! Ich habe bereits vor einem knappen Jahr über dieses Thema referiert und damals wie heute gemeint, dass ich im Büro bin, mein Orakel aber im Home-Office und wir in letzter Zeit daher wenig kommunizieren konnten.

Scherz beiseite. Natürlich konnten wir im letzten Jahr einiges an Erfahrungen sammeln, was trotzdem nicht heißt, dass diese Erfahrungen auch einfach in die Zukunft zu extrapolieren sind.

Was an Strömungen zu beobachten ist: Leute, die über das nötige Kapital verfügen, sind in Kauflaune. Aus Angst vor dem Geld werden etwaig anstehende Kaufentscheidungen eher vorgezogen, im High-End-Segment hat es daher Preissteigerungen von 10-20% allein im letzten Jahr gegeben.

Freiflächen sind viel wichtiger geworden, die Leute haben buchstäblich Angst, dass Ihnen beim x-ten Lockdown die Decke auf den Kopf fällt und legen daher auf Gärten, Balkone oder Terrassen viel mehr Wert als früher. Da solche Möglichkeiten im dicht verbauten Gebiet naturgemäß rar sind, wird mehr ins Umland ausgewichen.

Verstärkt wird dieser Effekt auch von der Überlegung, durch Home-Office vielleicht nicht mehr so oft pendeln zu müssen; man nimmt daher auch einen längeren Anfahrtsweg in Kauf.

Bitte: Ob dies eine nachhaltige Entwicklung ist oder der Mode des Augenblicks geschuldet ist, werden wir erst in einiger Zeit wissen!

Was ich in die umgekehrte Richtung feststelle: Im Bereich des leistbaren Wohnens - auch, wenn ich diesen Ausdruck gar nicht leiden kann – ist zumindest eine zögerliche Haltung festzustellen, wenn nicht sogar ein leichter Rückgang der Kaufpreise.

Einerseits wollen sich die Käufer in unsicheren Zeiten nicht über die Maßen verschulden, andererseits sind die Banken, teilweise auch aus regulatorischen Gründen, sehr genau bei der Einhaltung von Mindest-Eigenkapitalquoten.

Die Baupreise haben empfindlich angezogen, hauptsächlich weil die Materialkosten so gestiegen sind. Die Begründung, dass diese Entwicklung inflationsgetrieben ist, teile ich nicht wirklich. Während der Lockdowns wurde einfach mangels anderer Konsummöglichkeiten eher in die eigene Wohnsituation investiert, was die Nachfrage erhöht hat. Punkt.

Wie immer gilt: der beste Zeitpunkt, eine Wohnung zu kaufen, ist – Sie haben es erraten – jetzt!

Liebe Frau D.: Ich hoffe, Ihre interessierte Frage damit zufriedenstellend beantwortet zu haben, vielen Dank für Ihre Einsendung.“ 

Haben Sie auch Fragen rund um das Thema Immobilie? Dann schreiben Sie uns gerne - und bekommen die Antwort in einer weiteren Folge der 'Rohrpost'!